Samstag, 13. Februar 2016

Rezension: "Royal Passion" von Geneva Lee


Autor: Geneva Lee
Originaltitel: Command Me
Deutscher Titel: Royal Passion
Verlag: blanvalet
Format: Broschiert
Seitenzahl: 448
Preis: 12,99€
Bewertung: 3 von 5 Sternen

Um was geht es? 
Auf ihrer Abschlussfeier an der Oxford University trifft Clara Bishop auf einen attraktiven Fremden. Ohne Vorwarnung zieht er sie an sich, küsst sie leidenschaftlich und verschwindet. Clara hat keine Ahnung, wer der Unbekannte ist – bis ein Bild von ihnen beiden in der Zeitung auftaucht: Ihr heißer Flirt ist Prinz Alexander von Cambridge, Thronfolger von England, königlicher Bad Boy …

Meine Meinung: 
Wie ihr seht, hat "Royal Passion" eine mittelmäßige Bewertung von mir bekommen. Das liegt daran, dass ich schon mehr Bücher in diesem Genre gelesen habe und mir einfach sehr, sehr viele Parallelen aufgefallen sind. Am Anfang war ich nicht gerade angetan von dem Buch, denn die Ähnlichkeiten zu "After Passion" von Anna Todd und "Fifty Shades of Grey" von E.L. James sind frappierend. Dass sich Bücher im selben Genre manchmal ähneln, kommt vor. Ist ja auch normal, denn irgendwann sind die Möglichkeiten einfach ausgeschöpft. Aber hier habe ich teilweise wirklich die Augen verdreht, weil ich mir einfach nur dachte "echt jetzt?!". ABER: Nachdem ich dann irgendwann über Seite 100 oder 150 hinaus war, stellte sich heraus, dass das Buch doch gar nicht so schlecht war. Die Story hat ein ziemlich einfaches Thema: Badboy trifft auf (in diesem Fall nicht ganz so) unerfahrenes Mädchen, sie haben Sex, Mädchen will mehr. Der Badboy, Prinz Alexander, hat natürlich eine schlimme Vergangenheit, die ihn zu dem gemacht hat, was er heute ist. Soweit, so bekannt. Was ich gut fand, war, dass diesmal das Mädchen, Clara, ihre eigene, weniger schöne Vergangenheit hat und nicht einfach nur dieses naive kleine Mädchen ohne tiefere Geschichte ist. Apropos naiv. Das ist Clara wirklich. Ein wenig nymphoman scheint sie mir auch zu sein. Denn sobald sie Alexander sieht schaltet sie wortwörtlich ihr Gehirn ab. Aber so richtig. Dauernd denkt sie sich "ich muss gehen", "wir dürfen uns nicht wiedersehen", aber sobald er vor ihr steht, klebt sie schon wieder an ihm, wegen seiner ach so tollen Ausstrahlung. Manchmal hat man das Bedürfnis, ihr eine zu scheuern. Alexander ist anfangs ein ziemlich arroganter Mistkerl, aber mit der Zeit fängt man an ihn zu mögen, weil nach und nach seine Beweggründe aufgedeckt werden und man ein wenig Mitleid bekommt, aber auch Verständnis hat. An sich ist die Story doch relativ tiefgründig, wenn man den teilweise ziemlich abgedroschenen Sprachstil hier einmal außen vor lässt.  Denn das Wort "ficken" scheint die Autorin ziemlich toll zu finden. Dass man es in diesem Genre das ein oder andere Mal liest, stört mich absolut nicht, aber hier waren ganze Gespräche voll davon. Es war manchmal einfach zu viel, zu primitiv. Ich habe die leise Hoffnung, dass im nächsten Teil vielleicht etwas mehr Gefühl und ein bisschen weniger ungebremste Leidenschaft darin vorkommt, denn bei aller Liebe (und ich lese wirklich gerne in diesem Genre), es war einfach manchmal unrealistisch, welches Standvermögen der gute Alexander hatte und wie viel Clara mitgemacht hat. Ein bisschen zu viel Fantasie. Wenn das Ganze in der Hinsicht näher an der Realität geblieben wäre, hätte mir das Buch besser gefallen. Aber alles in allem fand ich die Hintergründe der Geschichte interessant, was mich auch dazu bewogen hat, den nächsten Teil lesen zu wollen, zumal das Buch mich am Ende doch ziemlich mitgerissen hat und mit einem fiesen Cliffhanger endete. Es hört sich zwar so an, als hätte mir "Royal Passion" überhaupt nicht gefallen, aber ich wollte einfach nur einige störende Kritikpunkte loswerden, von denen ich hoffe, dass sie im zweiten Teil besser bzw. anders umgesetzt werden, denn wie gesagt, an sich ist die Geschichte wirklich nicht schlecht.

Am besten, ihr bildet euch selber ein Urteil, denn ich fürchte, hier gehen die Meinungen genauso auseinander wie bei "After Passion" und "Fifty Shades of Grey". Deshalb werde ich keine Empfehlung für das Buch aussprechen, aber auch niemandem davon abraten. Wer über die oben genannten Dinge hinwegsehen kann (vielleicht auch erst, nachdem das Buch ihn gefesselt hat), für den ist "Royal Passion" durchaus lesbar.

Habt noch ein schönes Wochenende!

Eure Lisa

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