Donnerstag, 7. Juli 2016

Die Macht der Worte

Hallo ihr Lieben!

Heute geht es bei mir mal um ein etwas ernsteres Thema, das zum einen auch mit Büchern zu tun hat, zum anderen aber auch mit unserem Leben. Es geht nämlich darum, welche Macht Worte eigentlich haben können.

Worte können wehtun

Vielleicht kennen es viele von euch aus eigener Erfahrung, wie verletzend Worte sein können. Vielleicht ist aber auch dem ein oder anderen selber schon mal etwas herausgerutscht, was er gar nicht sagen wollte. Oder in dem Moment so meinte, im Nachhinein aber bereut hat. Gerade unter den Kindern in der Schule, wenn sich über Defizite lustig gemacht wird oder wenn man einfach anders ist als die anderen, sind Worte sehr verletzend. Als "Freak" wird man gerne bezeichnet. Aber auch jetzt, wo ich nicht mehr zur Schule gehe und 24 Jahre alt bin, merke ich, dass es immer noch Menschen gibt, die nicht gelernt haben, nachzudenken, bevor sie etwas sagen. Manchmal sind Erwachsene sogar noch grausamer als Kinder. Früher dachte ich immer, wenn ich älter bin hört das auf, dann werden die Leute um mich herum vernünftiger und denken bevor sie reden. Aber weit gefehlt. Auch ich selber schaffe es immer wieder, Menschen zu verletzen mit dem was ich sage. Obwohl ich das gar nicht möchte. Aber manchmal merkt man erst im Nachhinein, wie das, was man gesagt hat, rübergekommen ist. Es gibt ein schönes Modell, das meistens im Deutschunterreicht besprochen wird. Das sogenannte Vier-Ohren-Modell von Schulz von Thun. Kurz erklärt kommt es immer darauf an, wie der "Empfänger" der Worte die Nachricht aufnimmt. Sachlich oder persönlich. Natürlich ist viel davon abhängig, wie die Nachricht "gesendet" wird, aber selbst mit den besten Absichten kann sie falsch aufgenommen werden. Man kann nie in den Kopf desjenigen schauen, mit dem wir sprechen. Der eine ist verletzlicher als der andere. Darum sollte man manchmal auch überlegen, ob man das was man denkt auch wirklich sagen sollte, oder ob man es einfach beim Denken belässt. Oft ist es mir auch schon passiert, dass ich etwas gedacht habe und glaubte, es besser ungesagt zu lassen, als mein Gegenüber genau diese Gedanken aussprach.

Worte können trösten 

Oft sind es nur Floskeln, wenn jemand versucht, jemand anderen zu trösten. Viele sagen, Worte bewirken nicht viel. Aber manchmal, wenn dein Gegenüber merkt, dass die Worte wirklich von Herzen kommen, dann können sie einen wahrhaftig trösten. Genauso, wie es hilft, über gewisse Dinge einfach zu sprechen. Ich kann immer nur von meinen Erfahrungen sprechen, aber oft habe ich es schon erlebt, dass es mir viel besser ging, wenn ich einfach alles einmal ausgesprochen hatte, alles herausgelassen habe, was mich belastet. Das ändert dann zwar nichts an der Situation, natürlich nicht, aber man kann seine Gedanken mit jemandem teilen und fühlt sich nicht mehr so schwer. Außerdem fällt es anderen so leichter, zu helfen. Und eben auch, die richtigen Worte zu finden. 

Worte können ein Lächeln aufs Gesicht zaubern

Ein einfaches, ehrlich gemeintes "Danke" oder "Bitte", eine Entschuldigung, wenn man jemanden versehentlich anrempelt, ein "Gehen Sie ruhig vor" an der Kasse, wenn man sieht, dass der Hintermann nur zwei Teile hat, ein "Du siehst heute toll aus", das spontan und von Herzen kommt, ein "Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag" zum eigenen Kunden, all diese Kleinigkeiten, die einen teilweise nicht einmal eine Sekunde kosten, um sie auszusprechen, können anderen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Und Lächeln steckt bekanntlich an. Menschen, denen Gutes widerfährt, und sei es noch so klein, geben Gutes wieder. 
Gerade von unserer Generation wird leider, traurig aber wahr, heutzutage nicht mehr viel Anstand erwartet. Und ich liebe genau diese erste Verblüffung im Gesicht älterer Herrschaften, wenn man einfach nur freundlich ist. Die erste Verblüffung und das Lächeln, das darauf folgt. Manchmal können Worte das Leben so viel einfacher machen und die Welt ein bisschen friedlicher. Und bei allem, was da draußen vor sich geht, ist das das Mindeste, was wir tun können.

Was hat das alles jetzt mit Büchern zu tun?

Nun ja, Bücher bestehen nun mal aus Worten. Und Bücher können Botschaften übermitteln. Natürlich können Filme oder Bilder das auch, aber wenige Filme kommen ohne Worte aus. Das Interessante an Büchern ist aber auch, dass sich jeder sein eigenes Bild über das Geschriebene machen kann. Jeder hat seine eigene Fantasie, jeder interpretiert ein Buch für sich, jeder nimmt seine eigene Erfahrung davon mit. Bücher berühren das Herz. Man liest sie für sich und teilt anschließend seine Meinung mit anderen, kann andere mit dem Gesagten anstecken. Bücher, oder vielmehr deren Worte, können einen wachrütteln, aber sie können auch trösten oder einen zum Lächeln bringen. Sie können aber auch wehtun. Und gerade Bücher, die all das in einem vereinen, sind so, so viel wert. Sie bereichern unser Leben. Sie machen uns stärker. Sie geben uns Mut. Sie helfen uns, mit unseren Problemen fertig zu werden, da wir merken, dass wir nicht alleine sind. Sie können einen besseren Menschen aus uns machen. Das ist der Grund, warum ich so gerne lese. Und warum ich gerne schreibe. Weil ich Menschen mit dem, was in meinem Kopf vor sicht geht, berühren möchte. Weil ich helfen möchte, glücklich machen und trösten möchte. Manchmal, ganz selten, will ich auch wehtun. Ich bin kein durch und durch guter Mensch, ganz sicher nicht. Aber im Nachhinein würde ich meine Worte oft gerne zurückziehen.

Nur sollte man immer bedenken: Was einmal gesagt wurde, lässt sich nicht mehr löschen.

Ich wünsche euch einen wunderschönen Tag,
eure Lisa

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