Mittwoch, 27. Juli 2016

Rezension: "Black Rabbit Hall" von Eve Chase

REZENSIONSEXEMPLAR zur Verfügung gestellt vom Blanvalet-Verlag


Autor: Eve Chase
Originaltitel: Black Rabbit Hall
Deutscher Titel: Black Rabbit Hall
Verlag: blanvalet
Format: Gebunden
Seitenzahl: 416
Preis: 19,99€
Bewertung: 4 von 5 Sternen
Zu kaufen z.B. hier: Amazon

Um was geht es? 
Amber Alton weiß, dass die Stunden auf Black Rabbit Hall, dem Sommersitz ihrer Familie, anders vergehen, ihren eigenen Takt haben. Es ist ruhig und idyllisch. Bis zu einem stürmischen Abend 1968. Vereint durch eine unfassbare Tragödie, müssen sich die vier Alton-Geschwister mehr denn je aufeinander verlassen. Doch schon bald wird diese Verbundenheit auf eine harte Probe gestellt. 
Jahrzehnte später fahren Lorna Smith und ihr Verlobter Jon auf der Suche nach einem Ort für ihre Hochzeitsfeier durch die wilde Landschaft Cornwalls – und stoßen auf ein altes, leicht verfallenes, aber wunderschönes Haus. Ein Haus, das Lorna nach und nach seine schönsten Geschichten und traurigsten Momente verrät ... 

Meine Meinung (ACHTUNG, evtl. SPOILER!)
Bücher über alte Häuser, die ihre eigenen Geschichten erzählen, haben mich schon immer fasziniert. Und auch hier geht es um ein uraltes Haus, nämlich um Black Rabbit Hall, im Buch auch Pencraw Hall genannt. 
Das Cover spiegelt die Stimmung, die im Buch herrscht, perfekt wieder. Ich könnte mir kein Besseres vorstellen. Das war es auch, was mich dazu veranlasst hat, zumindest den Klappentext zu lesen und danach wollte ich erst recht das ganze Buch lesen. 
Es ist sehr spannend, aber auch dramatisch gehalten. Es wird immer wieder zwischen Amber im Jahr 1968/1969 und Lorna in der heutigen Zeit gewechselt. Und immer wieder kommt dieser "Bruch" an spannenden Stellen. Das führt dazu, dass man unbedingt mehr lesen möchte, man möchte wissen, wie es weitergeht. Im Großen und Ganzen geht es um die Familie Alton, deren Leben von einem tragischen Schicksal durcheinandergebracht wird. Und gerade der Protagonistin Amber passt das gar nicht in den Kram. Sie lehnt sich gegen die neue Frau ihres Vaters auf, kann deren Sohn aber nicht widerstehen, so sehr sie es auch möchte. Ihr Zwillingsbruder Toby hingegen verachtet Lucian. Toby verändert sich nach dem Schicksal der Familie sehr, Amber fühlt, wie die tiefe Verbundenheit zu ihm schwindet. Und dann sind da noch Kitty und Barney, die den Alltag der Familie mit ihrem kindlichen Leichtsinn durcheinanderbringen. 

Man versucht während des Lesens die ganze Zeit eine Verbindung zwischen der Geschichte von Amber und der von Lorna, die eigentlich nur eine Location für die Hochzeit mit ihrem Verlobten Jon sucht, herzustellen. Man weiß, dass es eine geben muss. Aber die einzig Offensichtliche ist eine ganze Zeit nur Black Rabbit Hall. Zwischendurch ahnt man gewisse Dinge und dann kommt es doch ganz anders als man denkt, was immer wieder für einen Überraschungsmoment sorgt und auch dafür, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte. Man möchte so unbedingt wissen, in welchem Zusammenhang die beiden Geschichten stehen.
Aber auch über Lornas Leben schweben dunkle Wolken. Sie versucht, ein lang gehütetes Familiengeheimnis zu lüften und als sie Black Rabbit Hall besucht und sich in die Familiengeschichte der Altons verstrickt, merkt sie gar nicht, wie lange und wie tief sie eigentlich schon immer darin verwickelt war.

Black Rabbit Hall ist ein wenig gruselig, nicht so, dass es einem eiskalt den Rücken herunterläuft, aber doch schon so, dass man dort nicht unbedingt alleine hin wollen würde, und schon gar nicht, nachdem man erfährt, was dort passiert ist. Die ganze Alton-Familie ist ein bisschen merkwürdig. Aber dennoch ist mir zumindest Amber sympathisch, und mit Barney und Kitty habe ich Mitleid. Vor allem aber mit dem kleinen Barney, der schrecklicke Dinge mit ansehen musste. Toby ist in meinen Augen verrückt und habgierig. Und den Vater der Kinder möchte ich manchmal erwürgen, weil er vor allem die Augen verschließt. Er macht es sich einfach, indem er so tut, als sei alles gut wie es ist und dabei ist es das ganz und gar nicht. Er tut genau das, was seinen Kindern schadet, er lässt zu, dass andere Menschen ihnen schaden. 
Lorna ist ein unheimlich dickköpfiger Mensch, den ich hin und wieder schütteln möchte. Vor allem in Bezug auf ihren Verlobten, der sich wirklich rührend um sie sorgt. Lornas Vater und Schwester sind meiner Meinung nach herzensgute Menschen, spielen aber im Endeffekt nur eine kleine Rolle. 

Mir gefällt, dass man nicht von vornherein wusste, was passieren würde oder wie es enden würde. Sowohl manche Handlungsstränge, als auch das Ende kamen ziemlich überraschend. Aber gerade das macht die Geschichte aus. Natürlich hat jeder zwischendurch immer so seine Ahnung, aber ich finde es viel spannender, wenn genau die nicht bestätigt wird und man total auf dem Holzweg war. Das zeigt, dass die Autorin einen gut an der Nase herumführen kann. Außerdem langweilt Offensichtliches nur.

Punktabzug gibt es dafür, dass sich ein kleiner Teil ein wenig in die Länge gezogen hat, weil es meiner Meinung nach nicht relevant für den Plot war. Aber vielleicht hat auch gerade das dazu geführt, dass das Ende nicht ersichtlich war.

"Black Rabbit Hall" bekommt von mir aber eine Kaufempfehlung, vor allem für Leute, die die Geschichten alter Häuser und Familien mit weit zurückreichenden Stammbäumen auch interessant finden!

Bis bald,
eure Lisa


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