Samstag, 24. September 2016

Bücher wie "After Passion" & Co: Jetzt will ich auch mal was sagen

Hallo zusammen!

Einige von euch werden mich für diesen Post eventuell verachten. Aber ich lese/höre seit Ewigkeiten die Meinung von vielen, die Bücher wie "After Passion", "Calendar Girl", "Royal Passion", "Fifty Shades of Grey", diverse Abbi-Glines-Romane und was es nicht alles gibt, in der Luft zerreißen. Und jetzt möchte ich eben auch mal was dazu sagen.

Viele von euch wissen vermutlich, dass ich die meisten dieser Bücher mag. Einerseits kann ich die Meinung der Leute, die eben diese nicht mögen, nachvollziehen. Aber mit welcher Begründung, das finde ich teilweise einfach schon nicht mehr okay. 

Bestes Beispiel: "After Passion" von Anna Todd


Ja, Hardin ist ein Arschloch. Ja, es ist unter aller Sau, was er sich rausnimmt. Nein, ich würde mir das nicht von ihm oder sonst irgendwem gefallen lassen. Trotzdem liebe ich diese Reihe! Denn Leute, ganz im Ernst: Ich lese solche Romane ständig, führe aber trotzdem eine "normale" (wer auch immer das definiert), intakte Beziehung, in der niemand gedemütigt, geschlagen (à la Fifty Shades of Grey) oder sonst irgendwie schlecht behandelt wird.

Natürlich verdrehe ich bei manchen Sachen die Augen. Natürlich denke ich mir an manchen Stellen "echt jetzt?!". Und natürlich finde ich nicht jedes Buch aus dem Genre durchweg gut. Aber so geht es mir bei vielen Büchern, auch bei solchen, die mit dem Genre gar nichts zu tun haben. Ich finde es nicht okay, alle über einen Kamm zu scheren. Und ich finde es auch nicht gut, damit gleichzusetzen, dass Menschen, die diese Bücher mögen, sich Beziehungen in diese Richtung wünschen.

Genauso wie Ballerspiele nicht zum Töten verleiten (ja, auch diese Meinung teilen nicht alle), verleiten solche Romane nicht dazu, ein verqueres Idealbild einer Beziehung zu bekommen. 

Ich lese solche Bücher wirklich "just for fun" und nicht, weil ich denke, dass ich unbedingt so einen Mann möchte wie Hardin Scott es ist, Christian Grey oder sonst wer. Zu meiner Verteidung: Die Shades of Grey-Bücher haben mir auch nicht alle gefallen, aber das hat nichts mit dem Genre zu tun, sondern mit der Art, wie es geschrieben war.

Und ich finde, das macht auch wieder viel aus: Wie schon gesagt, kann man solche Bücher nicht direkt alle über einen Kamm scheren. Nach dem Motto "eww, da geht's um 'ne junge, unerfahrene Studentin und 'nen Badboy, das Buch ist scheiße, brauch ich nicht." Ja, meist überschneiden sich die Grundideen. Ja, vieles ist voneinander abgekupfert. Aber es kommt immer noch auf den Schreibstil an. Ich finde, anhand dessen merkt man auch, ob der Autor/die Autorin den Lebens- bzw. Beziehungsstil der Protagonisten gutheißt oder nicht. Und das ist etwas, was für mich entscheidend ist. Auch welche Wörter benutzt werden. In "Shades of Grey" wurde es mit gewissen Wörtern einfach übertrieben. Man kann mal "Schmuddelwörter" benutzen, aber wenn das Buch quasi nur daraus besteht, gibt es auch bei mir Punktabzug.

Was ich im Endeffekt sagen will: Leben und leben lassen. LESEN und lesen lassen. Wer das Genre nicht mag, lässt eben die Finger davon. Aber ich finde einfach, man muss sich nicht bei jeder Neuerscheinung in die Richtung wieder und wieder über dasselbe aufregen. 

So, und jetzt zerreißt mich bitte nicht. Wir haben uns doch alle lieb :)

Ein schönes Restwochenende,

eure Lisa

Kommentare:

  1. Hallo Lisa :)

    Einerseits kann ich deine Ansichten verstehen, da es mich auch nervt, dass sich immer wieder über die selben Sachen aufgeregt wird und das eben meist von Leuten, die mit dem Genre sowieso nichts anfangen könne (Ich zum Beispiel ^^).

    Doch andererseits ist es erstmal schon nervig wie sehr der Markt von diesen Büchern - die doch irgendwie genau gleich sind - überschwemmt wird und dann schaffen die Autoren es noch nicht mal, eine vernünftig konzipierte Protagonistin, die man für glaubhaft halten kann, zu erstellen. Und auch keinen glaubwürdigen Bad-Boy. Ich hab nichts gegen Bad-Boys und letztendlich auch nichts gegen diese 0-8-15 Konstellation Mauerblümchen/Bad-Boy, aber mir fehlt einfach die Originalität. Viele Bücher fühlen sich nur wie Geldmacherei an, weil die Nachfrage eben so hoch ist. Es kommt einem so vor, als ob einfach alles gedruckt wird...

    Wo ich dir zustimmen muss ist, dass Menschen, die diese Bücher lesen nicht gleich so eine Beziehung haben wollen, in der sie nur ausgenutzt oder herumkommandiert werden. Allerdings lesen diese Bücher nicht nur Mädchen/Jungs in unserem Alter von Mitte 20, sondern auch Teenager, die teilweise erst 13 oder 14 sind. Die haben noch nie eine richtige Beziehung geführt und dann wird denen in einem Buch so ein Frauenbild oder Männerbild vermittelt. Das finde ich leicht bedenklich... Natürlich kann man da jetzt sagen, dass sie das eben noch nicht lesen sollen, aber wer passt denn darauf auf?

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich besser die Finger von solchen Büchern lasse, da es für mich verschwendete Lesezeit darstellt. Ich habe mich mal an SoG versucht und auch an Hardwired - Verführt. Beide Bücher haben so unerträgliche Protagonisten, dass ich anfing an der Menschheit zu zweifeln, sollten diese Leute tatsächlich mal Wirklichkeit werden. ^^

    Aber jeder soll lesen, was ihn glücklich macht. :)

    Liebste Grüße
    Ellen
    hundertewoerter.blogspot.de

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    1. Liebe Ellen,

      ich kann deine Ansicht absolut nachvollziehen.
      In meinen Augen haben aber auch die Eltern ein wenig ihre Aufsichtspflicht verletzt, wenn ihre Kinder mit 12/13 oder wie alt auch immer solche Bücher in den Händen halten. Sonst sollte man halt (genau wie bei Filmen) eine Altersbeschränkung einrichten. So lesen Kinder in dem Alter Horrorbücher oder Krimis, die ihnen ein völlig falsches und teilweise krankes Bild vermitteln (aus der Sicht des Mörders oder Psychopathen). Da sollte man dann ja genauso einen Finger drauf halten.
      In dem Moment finde ich einfach, dass Eltern dazu verpflichtet sind, Kindern ein gutes Niöd zu vermitteln und nicht Autoren.

      Ich muss ja sagen, dass ich SoG auch nicht so prall fand. Ich sag ja auch, dass mir nicht jedes Buch aus dem Genre gefällt. Kann ja nicht.

      Aber wie gesagt, ich kann schon nachvollziehen, was du meinst :)

      Liebe Grüße,
      Lisa

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    2. Ich finde, dass auch in Buchhandlungen noch viel mehr aufgepasst werden sollte. Jetzt, wo dieses Genre doch sehr zunimmt und es auch gute Jugendbücher von der Sorte gibt, sollte unbedingt zwischen der Erwachsenenliteratur (SoG) und den Jugendbüchern/Heranwachsendenliteratur (Thoughtless-Reihe) unterschieden werden. Alle Bücher stehen irgendwie zusammen in der Rubrik Erotik und ich finde, es ist auch die Pflicht des Buchhandels aufzupassen, welches Alter welche Bücher kauft. Bei Filmen passt man schließlich auch auf. :)

      Liebste Grüße
      Ellen

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    3. Ja, so sehe ich das auch. Es sollte wirklich so etwas wie eine Altersbeschränkung geben. Aber ich fürchte, dass das bei Büchern wohl niemals eingeführt werden wird.

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  2. Liebe Lisa,

    ich vertrete deine Meinung voll und ganz. Ich verstehe auch nicht, warum dieses Genre momentan so "mit Füßen getreten" wird. Ich lasse mich doch auch nicht im negativen über Krimis aus, nur weil ich sie nicht mag. Wie du schon sagtest: Lesen und Lesen lassen. :) Nur leider brauchen einige Menschen etwas um sich aufzuregen.. Wenns nicht der neuste negative Beitrag über die Bloggerszene oder "Oh, ich kriege keine Likes mehr blabla" ist, dann schmeißt man sich halt auf was anderes und regt sich drüber auf. :)

    Ich finde deinen Post toll geschrieben!

    Liebe Grüße,
    Jasmin

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    1. Liebe Jasmin,

      ich bin froh, dass ich mit meiner Meinung nicht alleine bin! Ich denke nämlich auch, dass viele Leute einfach immer irgendwas brauchen, über dass sie sich aufregen können und ich finde, gerade in der letzten Zeit hat das enorm zugenommen. Das ist wirklich traurig.

      Liebe Grüße,
      Lisa

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  3. Amen! Da bin ich absolut und vollkommen deiner Meinung! Dankeschön für diesen Post!

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    1. Schön zu hören, mit meiner Meinung nicht alleine zu sein! :)

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