Mittwoch, 28. September 2016

Rezension: "Harry Potter and the Cursed Child" von J.K. Rowling, John Tiffany & Jack Thorne


Autor: Joanne K. Rowling, John Tiffany, Jack Thorne
Titel: Harry Potter and the Cursed Child
Verlag: Little, Brown
Format: Gebunden
Seitenzahl: 343
Preis: 19,99€
Bewertung: 4 von 5 Sternen

Um was geht es? 
 
Es war nie leicht, Harry Potter zu sein – und jetzt, als überarbeiteter Angestellter des Zaubereiministeriums, Ehemann und Vater von drei Schulkindern, ist sein Leben nicht gerade einfacher geworden. Während Harrys Vergangenheit ihn immer wieder einholt, kämpft sein Sohn Albus mit dem gewaltigen Vermächtnis seiner Familie, mit dem er nichts zu tun haben will. Als Vergangenheit und Gegenwart auf unheilvolle Weise miteinander verschmelzen, gelangen Harry und Albus zu einer bitteren Erkenntnis: Das Dunkle kommt oft von dort, wo man es am wenigsten erwartet.

Meine Meinung: ACHTUNG! SPOILER!

Es ist wirklich schwer, ein Buch, mit dem man so viele Emotionen verbindet, zu bewerten. Allerdings habe ich versucht, mich hier auf etwas Neues einzulassen, denn es ist keinesfalls einfach "das achte Buch", so wie es überall angepriesen wird. Da es sich hier um ein Theaterskript handelt, kann man das Ganze sowieso schon mal nicht mit den anderen Büchern vergleichen. Und wenn man sich die Geschichte durchgelesen hat, sollte man das auch nicht.

Harry Potter hatte für mich mit Band 7 das perfekte Ende. Natürlich hat man sich gefragt, wie es wohl weitergehen mag. Aber wollte man das auch wirklich lesen? Man muss sich auf dieses Stück hier auf jeden Fall einlassen können, denn die Geschichte nimmt eine Wendung, die man unter keinen Umständen erwartet hätte.

Ich habe ehrlich gesagt nicht viel erwartet. Ich hatte Angst, dass die Geschichte ausgeschlachtet wird. Und auch, wenn die Story wirklich unerwartet war und in meinen Augen auch ein wenig an den Haaren herbeigezogen (ich meine, Voldemort hat ein Kind? Echt jetzt?), finde ich, dass sich das Ganze trotzdem irgendwie gut ins Gesamtbild einfügt. Eigentlich ist es schade, dass es nur als Theaterskript erschienen ist. Als richtiger Roman von J.K. Rowling höchstpersönlich wäre es noch interessanter gewesen, denn wie wir sie alle kennen, schmückt sie alles immer noch mehr aus. Macht einfach eine rundere Geschichte daraus. Hier hat es mir an einigen Stellen einfach an Details und Liebe gefehlt. Aber es ist ja wie gesagt nur ein Theaterstück, das natürlich nicht so ausgefeilt und lang sein kann. Das muss man sich einfach vor Augen halten. Und wenn man das tut, finde ich, dass das typische "Harry Potter-Feeling" dann doch ganz gut durchgekommen ist.

Es sind so viele Gefühle wieder hochgekommen und ich fand es so toll, auf viele Charaktere zu treffen, die den letzten Teil leider nicht überlebt haben. Und dass Dinge gesagt werden konnten, die diese Personen einfach wissen sollten. Teilweise hätte ich weinen können. Vor allem die Szene mit Snape hat mich sehr berührt.

Ich finde, man merkt, dass J.K. Rowling Einfluss hatte. Nämlich anhand dessen, wie die Gespräche zwischen den Personen umgesetzt waren. Denn ihre Charaktermerkmale wurden wunderbar hervorgehoben, trotz dass es mehr Dialog als Handlung (in dem Fall wohl eher Anweisung) gab. Der Harry hier erinnert mich stark an den Harry aus dem fünften Teil, der viel in Selbstmitleid zerfließt. Das war etwas, was mich ein wenig gestört hat, denn das hat es auch schon in Band 5. Aber hier gehörte das irgendwie mit zur Story.

Was mich auch gestört hat waren diese riesigen Zeitsprünge von jeweils einem Jahr am Anfang. Kurz eine Szene, zack ist wieder ein Jahr vergangen. Ich verstehe, dass man aufgrund der Tatsache, dass dies hier ein Theaterstück ist, schnell zum Punkt kommen musste und nicht so ausschweifen konnte. Trotzdem hätte ich mir hier eine liebevollere Umsetzung gewünscht. 

Teilweise hatte ich ein wenig den Eindruck, als wäre der Plan gewesen: "Wir müssen schnell eine tolle Story raushauen, denk dir was Verrücktes aus." Denn verrückt war der Weg, den die Geschichte einschlug, meines Erachtens auf jeden Fall. Aber wie schon gesagt, man muss hier einfach differenzieren können. Es geht eben auch nicht hauptsächlich um Harry, Ron und Hermine, auch wenn diese involviert sind, sondern um deren Kinder. 

Ich bin ein wenig hin- und hergerissen, ob meine oben abgegebene Bewertung gerechtfertigt ist. Vermutlich bin ich nicht sehr objektiv, weil mein Herz so an der Geschichte hängt. Aber ich lasse es mal so stehen. Denn alles in allem, wenn es nicht ganz so an den Haaren herbeigezogen gewesen wäre, hat es mir doch gut gefallen. Ich habe mich gefreut, mal wieder in die Welt von Harry Potter eintauchen zu können. Und mit ein bisschen Fantasie konnte man sich all das dazudichten, was in einem richtigen Rowling-Roman gestanden hätte.

Habt ihr das Buch gelesen? Wie ist eure Meinung dazu?
 
Habt einen schönen Abend!

Eure Lisa


 

Kommentare:

  1. Hallo Lisa,

    eine schöne Rezension! Ich habe das Buch auch gelesen und kann mich deiner Meinung nur anschließen. Das "Harry Potter-Gefühl" hat sich bei mir voll und ganz eingestellt und das fand ich wirklich erstaunlich, da es sich ja "nur" um ein Skript handelt. Mir haben die Dialoge sehr gut gefallen und vor allem, dass Vieles aus den Büchern aufgegriffen wurde und hier wieder vorkam.

    Bei deiner Bewertung musst du auch nicht unbedingt objektiv sein, finde ich, da es ja schließlich deine persönliche Meinung ist ;). Ich wäre auch nicht objektiv, dafür liebe ich die Bücher einfach zu sehr und hab mich unglaublich gefreut, noch einmal in die Welt einzutauchen :).

    Liebe Grüße
    Anka

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    1. Liebe Anka,

      vielen Dank! :)

      Genauso ging es mir auch. Erstaunlich, wie so ein Skript alles wieder aufwühlen kann.

      Ich wünsche dir einen schönen Sonntag!
      Liebe Grüße,
      Lisa

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  2. Liebe Lisa,
    Ich war am Anfang auch ganz hin und hergerissen. Aber dann hat es mich wie früher in die geliebte magische Welt gesogen und ich habe das Lesen wirklich genossen. Dabei habe ich mir dann beim Schreiben meiner Rezension ähnliche Gedanken gemacht wie du. Die Geschichte ist echt verrückt, aber auch irgendwie passend. Und ein Theaterstück -wie bewertet man das überhaupt? Schwierig. Aber du hast hier eine wirklich schöne Rezension geschrieben. Gefällt mir echt gut. Sowieso hast du einen tollen Blog, da muss ich jetzt gleich noch ein bisschen weiter stöbern gehen :)
    Liebe Grüße,
    Julia

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    1. Liebe Julia,

      ich fand es auch nicht einfach, das zu bewerten.

      Freut mich, dass dir sowohl die Rezension, als auch mein Blog gefallen! :)

      Liebe Grüße,
      Lisa

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