Mittwoch, 14. September 2016

Rezension: "Nothing More" von Anna Todd


Autor: Anna Todd
Originaltitel: Nothing More
Deutscher Titel: Nothing More
Verlag: Heyne 
Format: Broschiert
Seitenzahl: 320
Preis: 12,99€
Bewertung: 2 von 5 Sternen

Um was geht es? 
New York ist anders als alles, was Landon bisher kannte. Aber er hat einen netten Job, liebt die Uni und kann seiner Exfreundin Dakota zum Glück aus dem Weg gehen. Sein winziges Apartment in Brooklyn teilt er sich mit seiner besten Freundin Tessa. Sie kennt sich mit Liebeskummer aus.

Als Landon sich plötzlich zwischen zwei schönen Frauen wiederfindet, ist es das totale Chaos. Extrem aufregend. Fast wie eine Sucht. Es wird sich schon irgendwie regeln, aber der Weg dahin ist vermutlich ... ziemlich crazy. 

Meine Meinung: 
Ehrlich gesagt, war ich von dem Buch ziemlich enttäuscht. Wer mich kennt, weiß, dass ich die After-Reihe von Anna Todd sehr mochte, auch, wenn einige von euch sie sehr zerrissen haben. Vielleicht bin ich mit zu hohen Erwartungen an das Buch gegangen. Vielleicht ist die Geschichte, die Art zu schreiben, inzwischen einfach ausgelutscht.

Die Geschichte schließt quasi da an, wo Tessa bereits in New York bei Landon lebt. Tessa und Hardin werden immer mal wieder erwähnt, wie um sich an einen Strohhalm zu klammern. Natürlich sind sie Teil der Geschichte, schließlich sind sie Freunde von Landon. Hardin taucht nur am Telefon auf. Tessa ist mehr in Landons Leben involviert, aber nicht wirklich so, dass sie auffällt. 
Landon selber... nun ja, irgendwie habe ich fast damit gerechnet, dass er so ist, wie er beschrieben wird. Aber auf der anderen Seite passt es auch wieder nicht. Er ist unglaublich tollpatschig, naiv und irgendwie einfach so nervig. Er badet ständig in Selbstmitleid, man hat das Gefühl, es mit einem vierzehnjährigen Teenager und nicht mit einem Zwanzigjährigen zu tun zu haben. Außerdem bekommt man das Gefühl, dass alle Männer, die Anna kennt, nur mit dem Schwanz denken. Sorry für die Ausdrucksweise, aber besser lässt es sich einfach nicht sagen. Sobald irgendwas Weibliches mit engen Klamotten und gutem Körperbau (der hier ja auch wieder Ansichtssache ist - wer definiert "gut"?) in Landons Nähe ist, rutscht sein Gehirn einige Etagen tiefer. 

Landons Ex, Dakota, die in der Geschichte wieder aktuell wird, geht mir auch total auf den Keks. Aber Landon kommt immer wieder winselnd wie ein Welpe angekrochen und springt, sobald sie etwas will. Merkt er zwar irgendwann auch selbst, aber manchmal möchte man ihn schütteln und fragen, ob er überhaupt ein Gehirn besitzt. In der After-Reihe war Landon mir sympathisch und hat mir irgendwie leid getan. In diesem Buch wird er mir sehr unsympathisch. Er hat diesen ständigen Drang, alles richtig machen zu wollen, jedem nach der Pfeife zu tanzen, immer nett sein und jeden beschützen zu wollen. Ich find das grausam. Man sollte sich, bei aller Liebe, auch irgendwo noch ein bisschen Würde bewahren. Man kann ja nett sein, man sollte es sogar, aber man sollte auch ab und zu mal seine eigene Meinung, seinen eigenen Kopf durchsetzen. Aber das kann er gar nicht und das bewegt mich einfach dazu, dass er mir extrem auf die Nerven geht.

Und wenn er dann plötzlich auf schwanzgesteuert umschaltet, dann passt diese Ausdrucksweise, die er dann drauf hat, sowas von überhaupt nicht zu seinem sonstigen Verhalten, dass es richtig lächerlich wirkt und ich an den meisten Stellen einfach nur die Augen verdreht hab.

Die ersten, sagen wir, 150 Seiten haben mich eigentlich komplett genervt und gelangweilt. Wenn man bedenkt, dass das fast die Hälfte des Buches ist, ist das traurig. Die einzig interessante Person ist Nora alias Sophia, denn sie birgt irgendein Geheimnis, irgendeine Geschichte, von der man mehr lesen möchte. Das ist aber auch alles.

Was mich besonders gestört hat: Man hat dem Buch einfach total angemerkt, dass es schnell geschrieben wurde. Dass es schnell auf den Markt kommen sollte. Dass es mehr oder weniger abgefertigt wurde. Und entweder war dem Lektor das Buch total egal oder er hat geschlafen. In einer Passage geht es darum, warum Landon so schlecht schlafen kann. Ein paar Kapitel weiter wird fast exakt derselbe Wortlaut wiederholt und ich habe mir nur gedacht "echt jetzt?!". Dann so Sätze wie: "In dem Glas steckt ein Holzstäbchen mit einem umgedrehten Wolkenkratzer. Das Stäbchen scheint aus Holz zu sein." Entweder, es wurde extrem schlecht übersetzt, oder aber das Buch ist im Original schon so und, wie gesagt, der Lektor hat gepennt. Dann wurde immer mal wieder von der Gegenwart in die Vergangenheit gewechselt. 

Wenn ein Buch schon so voller Stolperfallen steckt und dann die Geschichte auch fast durchgehend langweilg und nervig ist, dann fällt es bei mir leider durch. Keine Ahnung, ob Anna diesmal einfach nicht mit dem Herzen dabei war, ob ihr langsam die Ideen ausgehen oder ob diese Figur einfach so langweilig ist. Die Handlung hört sich manchmal an wie eine Liste, bei der die Dinge aufgezählt werden, die Landon tut. 

Sorry, Anna, diesmal bin ich einfach nicht überzeugt. Ich hoffe auf Besserung im nächsten Teil, bezweifle dies aber stark. Und ich finde auch den Preis für so ein doch relativ dünnes Buch (vor allem im Vergleich zu den ersten vier Teilen) nicht gerechtfertigt.

Habt ihr "Nothing More" schon gelesen? Was haltet ihr davon?

Eure Lisa

Kommentare:

  1. Haaallo Lisa!

    Schön hast du es hier. Hab irgendwie total vercheckt, das du auch blogst und bin dir nun direkt mal gefolgt. :)

    Liebe Grüße,
    Jasmin

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    1. Hallo Jasmin :)

      Vielen Dank, freut mich, dass es dir hier gefällt.
      Das macht ja nichts, mir entfallen leider auch so viele tolle Blogs. Bin dir auch direkt mal zurückgefolgt :)

      Liebe Grüße,
      Lisa

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