Dienstag, 18. Oktober 2016

Rezension: "Elanus" von Ursula Poznanski


Autor: Ursula Poznanski
Titel: Elanus
Verlag: Loewe
Format: Broschiert
Seitenzahl: 416
Preis: 14,95€
Bewertung: 5 von 5 Sternen

Um was geht es?

Es ist klein. Es ist leise. Es sieht alles.

Jona ist siebzehn und seinen Altersgenossen ein ganzes Stück voraus, was Intelligenz und Auffassungsgabe betrifft. Allerdings ist er auch sehr talentiert darin, sich bei anderen unbeliebt zu machen und anzuecken. Auf die hervorgerufene Ablehnung reagiert Jonas auf ganz eigene Weise: Er lässt sein privates Forschungsobjekt auf seine Neider los: eine Drohne. Klein, leise, mit einer hervorragenden Kamera ausgestattet und imstande, jede Person aufzuspüren, über deren Handynummer Jona verfügt. Mit dem, was er auf diese Weise zu sehen bekommt, kann er sich zur Wehr setzen gegen Spott und Häme.
Doch dann erfährt er etwas, das besser unentdeckt geblieben wäre, und plötzlich schwebt er in tödlicher Gefahr.


Meine Meinung: 

Ich muss zugeben, dass ich am Anfang ein wenig Schwierigkeiten hatte. Denn Jona, der Protagonist in diesem Buch, war mir so unsympathisch, ich hätte schreien können. Er war alles, was ich an Menschen nicht mag: Arrogant, überheblich und total selbstverliebt. Hätte ich nicht gewusst, dass Ursula Poznanskis Bücher eigentlich immer gut sind (das einzige, das mir bisher nicht zugesagt hat war "Layers"), hätte ich vielleicht sogar das Handtuch geworfen. Und das nicht, weil es schlecht geschrieben war, sondern einfach nur wegen diesen widerlichen Eigenschaften des Protagonisten.

Allerdings nahm die Geschichte ziemlich schnell an Fahrt auf und wurde immer spannender und irgendwann war ich mal wieder an dem Punkt angelangt, an dem ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Auch Jona entwickelt sich im Laufe des Buches charakterlich wirklich weiter und wurde mir nachher durchaus sympathisch. 

Wie von Poznanski gewohnt, war es mir fast bis zum Ende unmöglich, zu erraten, was genau nun passiert war. Wer mit wem, wieso und was? Das sind immer so Fragen, die mir bei Büchern dieser Autorin durch den Kopf gehen. Es waren auch diesmal wieder viel mehr Menschen involviert, als geahnt. Das "Opfer" war im Endeffekt jemand völlig anderes, als ich zu Anfang vermutet hätte, eher hätte ich auf das Gegenteil getippt. Bis etwa Seite 345, also wirklich bis kurz vor der Auflösung von allem, hatte ich absolut keine Ahnung. Dann dämmerte es mir. Nur, damit ich im nächsten Augenblick doch wieder überrascht wurde. Aber nicht, was die Person anging, sondern dessen Zustand.

Wie immer waren am Ende aber alle Gedankengänge schlüssig. Man weiß halt einfach nur nicht, was die Autorin weiß. Man weiß immer nur genauso viel wie Jona. Und das macht das Ganze so spannend. Man fiebert mit, man rätselt mit. Aber im Endeffekt hat alles Sinn ergeben und so einige Dinge erschienen einleuchtender. 

Was besonders reizvoll an dem Ganzen war: Es liegt sehr im Bereich des Möglichen, solch eine Drohne und so ein Programm zu entwickeln (wenn beides nicht sogar schon in der Form existiert), vor allem in der heutigen Zeit. 

An Charakteren war so ziemlich alles vertreten. Vom Choleriker, über Schönheit, Besserwisser, graue Maus, totaler Kumpeltyp bis zur Tratschtante. Durch die Bank weg, alles da. Am sympathischsten war mir Pascal. Einfach, weil ihn nichts aus der Ruhe bringen kann und er einfach witzig ist. Jemand, mit dem ich im wahren Leben auch befreundet sein wollen würde.

Ich kann das Buch definitiv empfehlen. Es war wirklich spannend bis zur letzten Seite, so, wie ich es von Ursula Poznanski kenne und liebe!

Habt einen schönen Tag,
eure Lisa!

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