Donnerstag, 22. Dezember 2016

Rezension: "Calendar Girl" von Audrey Carlan


Autor: Audrey Carlan
Originaltitel: Calendar Girl - Volume One
Deutscher Titel: Calendar Girl - Verführt
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Format: Broschiert
Seitenzahl: 368
Preis: 12,99€
Bewertung: 2 von 5 Sternen
Link zum Buch: Ullstein - Calendar Girl von Audrey Carlan

Klappentext: 

Mia Saunders braucht Geld. Viel Geld. Eine Million Dollar, um ihren Vater zu retten. Er liegt im Krankenhaus, weil er seine Spielschulden nicht begleichen konnte. Um die Summe aufzutreiben, heuert Mia bei einer Agentur an und lässt sich als Begleitung buchen. Ihre Gesellschaft kostet 100.000 Dollar pro Monat. Sex ist ausdrücklich nicht Teil des Deals – leicht verdientes Geld! Und der Liebe hat Mia sowieso abgeschworen. Als sie ihrem ersten Kunden, dem Hollywood-Autor Wes Channing, gegenübersteht, ist schnell klar: Zwischen den beiden knistert es gewaltig. Vor ihnen liegt ein Monat voll heißer Leidenschaft. Doch Mia darf sich nicht verlieben. Denn Wes ist nur Mr Januar...

Meine Meinung: (ACHTUNG! Evtl. Spoiler!)

Ich muss einfach mal direkt sagen, dass ich mir von dem Buch irgendwie mehr versprochen hatte. Ich war nicht mal direkt enttäuscht. Eher war es so, dass ich mich in der Annahme bestätigt sehe, dass man viele Bücher dieses Genres einfach zusammenwerfen könnte und es würde immer noch eine zusammenhängende Story entstehen. Einfach, weil sie sich vom Stil her so ähneln. Die Geschichte an sich war mal eine neue Idee. Aber zumindest im ersten Band fand ich sie jetzt nicht sehr gut umgesetzt.

Fangen wir aber einfach mal von vorne an. Wie ihr dem Klappentext entnehmen konntet, geht es um Mia, die sich als Escort-Girl anheuern lässt, um die Schulden ihres Vaters zu begleichen. Aber so wie es im Klappentext steht, nämlich "bei einer Agentur", klingt es eigentlich falsch. Denn man geht davon aus, dass es einfach irgendeine Agentur ist. Nein, es ist mal eben die von Mias Tante Millie. Wer Escort hört, denkt automatisch irgendwie auch daran, dass die Frauen mit den Männern schlafen. Dass die junge Mia (Mitte 20) von ihrer eigenen Tante für so etwas angeheuert wird, finde ich etwas befremdlich. In dem Fall wird aber vertraglich festgelegt, dass Sex keine Voraussetzung ist, sondern ein Bonus, den das Escort-Girl geben kann, wenn sie das möchte, den aber kein Kunde einfordern kann. Wenn Mia dem zustimmt, bekommt sie dafür Extrageld.

Soweit, so gut. Mia gibt am Anfang die Biedere, die auf keinen Fall mit irgendwelchen Männern schlafen wird. Sie zeigt sich generell von der Idee nicht begeistert, sie möchte einfach nur so schnell wie möglich die Schulden ihres Vaters begleichen (die er rein zufällig bei Mias Exfreund hat). Aber kaum steht ihr erster Kunde vor ihr, verwandelt sie sich in ein sexhungriges Luder, was so gar nicht zu ihrem Verhalten und ihren Aussagen von vorher passt. Gut, dachte ich. Vielleicht brauchte sie wirklich einfach mal wieder körperliche Nähe, und wenn der Typ so unwiderstehlich aussieht... Lassen wir das mal durchgehen, dass ihr Hirn sich abschaltet. (Zu dem Inhalt ihres Gehirns kommen wir gleich auch noch. Oh. Das klingt irgendwie makaber.)

ABER. Der Monat geht vorbei, Mia hat kurz Zeit einige "Reparaturen" an sich vornehmen zu lassen und dann geht es auf zum nächsten Kunden, einem französischen Künstler. Ein Typ, der meiner Meinung nach total nervig war und absolut einen an der Klatsche hatte. Aber hey. Mia sieht ihn und zack, Hirn aus. Wieder vögelt sie mit ihm rum. Sorry für die Ausdrucksweise, aber als etwas anderes kann man das nicht bezeichnen. So viel zum Thema "Ich schlafe mit niemandem". Als sie dann herausfindet, dass "ihr" Franzose sie für den Sex bei Tante Millie bezahlt hat, flippt sie aus. Sie bekommt heraus, dass Wes, ihr erster Kunde, sie ebenfalls bezahlt hat, obwohl sie dachte, dass zwischen den beiden mehr ist und dass sie nach Ablauf des Jahres vielleicht zu ihm zurückkehren und ein Leben mit ihm führen kann. Ja nu?! Was denkt sie denn? Sie ist ein Escort-Girl, macht mit jedem ihrer Kunden rum und wundert sich, dass sie die vertraglich vereinbarte Summe für Sex bekommt? Wundert sich, dass sie sich wie eine Nutte fühlt? Joa. Fällt mir nicht viel zu ein. Ehrlich nicht. In solchen Momenten frage ich mich dann immer so ein bisschen, wie die Autoren gestrickt sind. Ob sie das so sehen wie ich, oder ob sie ganz bei ihrem Protagonisten sind. 

Nun gut. So viel zu Mia und ihrer Möchtegern-Enthaltsamkeit.
Kommen wir nun zu dem Inhalt ihres Gehirns. Denn der grenzt nahezu an nichts. Sie ärgert sich, dass alle so erfolgreich sind und gute Jobs haben oder einfach ihr Leben leben, nur sie nicht. Mag vielleicht daran liegen, dass sie zeitweise wirklich ein bisschen dumm zu sein scheint. Zusammenfassen könnte man ihre Gedanken mit "Oh, ich kann zwar nichts, aber dafür sehe ich unheimlich gut aus und bin gut im Bett". Zeugt meiner Meinung nach nicht von viel Hirn. Aber gut. 

Das einzige, was die Geschichte ein wenig gerettet hat, war Mias dritter Kunde. Oder besser gesagt, ihre KundeN. Denn dabei handelt es sich um ein schwules Paar. Und Mia soll die Verlobte eines sehr bekannten Restaurantbesitzers spielen, damit seine wahre Neigung niemals zum Vorschein kommt. Den Abschnitt in dem Buch fand ich eigentlich ganz schön. Denn dabei geht es endlich mal nicht darum, dass Mia ihr sowieso kaum vorhandenes Hirn herausgevögelt bekommt, sondern mehr um die Geschichte von Hector und Tony, dem schwulen Paar. Da möchte ich jetzt auch gar nicht so sehr drauf eingehen, denn für die, die das Buch noch lesen möchte, würde ich den besten Teil der Geschichte vorwegnehmen. Nur so viel: Der dritte und letzte Monat ist der Grund, warum das Buch überhaupt zwei Sterne bekommen hat.

Ich habe den zweiten Teil des Buches leider noch hier liegen. Ich weiß noch nicht, ob ich ihn lesen werde, oder ob ich ihn vielleicht einfach verschenke, an jemanden, dem das Buch gefallen hat. Wenn man bedenkt, dass das Ganze über vier Teile geht, weiß ich auch gar nicht, ob ich wissen möchte, was da noch passiert. Erst mal muss ich jedenfalls etwas Abstand von der Geschichte nehmen. Ich muss mich davon erholen, den Speicher in meinem Kopf mit so etwas gefüllt zu haben und dafür vielleicht wertvolle Erinnerungen verloren zu haben. Autsch.

Ich wünsche euch noch einen schönen Tag!

Eure Lisa

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