Montag, 6. März 2017

Rezension: "Ich. Darf. Nicht. Schlafen." von S.J. Watson



Autor: S.J. Watson
Deutscher Titel: Ich. Darf. Nicht. Schlafen. 
Verlag: Fischer Verlage
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 400
Preis: 9,99€
Bewertung: 4 von 5 Herzen
Link zum Buch: Fischerverlage - Ich. Darf. Nicht. Schlafen.

Um was geht es?

Ohne Erinnerung sind wir nichts. Stell dir vor, du verlierst sie immer wieder, sobald du einschläfst. Dein Name, deine Identität, die Menschen, die du liebst – alles über Nacht ausradiert. Es gibt nur eine Person, der du vertraust. Aber erzählt sie dir die ganze Wahrheit?

Als Christine aufwacht, ist sie verstört: Das Schlafzimmer ist fremd, und neben ihr im Bett liegt ein unbekannter älterer Typ. Sie kann sich an nichts erinnern. Schockiert muss sie feststellen, dass sie nicht Anfang zwanzig ist, wie sie denkt – sondern 47, verheiratet und seit einem Unfall vor vielen Jahren in einer Amnesie gefangen. Jede Nacht vergisst sie alles, was gewesen ist. Sie ist völlig angewiesen auf ihren Mann Ben, der sich immer um sie gekümmert hat. Doch dann findet Christine ein Tagebuch. Es ist in ihrer Handschrift geschrieben – und was darin steht, ist mehr als beunruhigend. Was ist wirklich mit ihr passiert? Wem kann sie trauen, wenn sie sich nicht einmal auf sich selbst verlassen kann?

Meine Meinung:

Was ich an diesem Buch so faszinierend finde, ist, dass man immer nur genauso viel weiß wie die Protagonistin. Man vergisst zwar nicht genau wie sie, aber man lernt sie genauso Stück für Stück kennen, wie sie sich selbst. Man ist genauso schockiert oder überrascht über manche Erinnerungen, die wiederkehren. Man kann sich sehr gut in Christine hineinversetzen, fiebert förmlich mit. Man will mehr wissen. Genauso wie sie.

Was sich mir eine ganze Zeit lang nicht erschloss, war, wieso das Buch in das Genre „Thriller“ fällt. Hinterher war es mir auch klar. Ich meine, ja, es war wirklich spannend. Man wollte weiterlesen, man wollte das Buch nicht aus der Hand legen. Und man wusste, dass irgendwas nicht stimmt. Nicht stimmen KANN, wenn es schon als Thriller bezeichnet wird. Aber dieses gewisse „Kribbeln“, dieser Kitzel, den ich beim Lesen eines Thrillers immer habe, stellte sich erst sehr viel später ein. Fast am Ende, nämlich im dritten Teil des Buches. Der Tagebuchteil war mir schon fast etwas zu lang, dafür hätte ich gerne mehr vom dritten Teil gelesen, denn da kam das, was für mich in einen Thriller gehört. Klar, man hat sich schon gefragt, ob der Therapeut ein Spiel mit Christine spielt oder ihr Mann. Oder vielleicht doch jemand ganz anderes? Vielleicht war es ihre beste Freundin, wollte sich wegen irgendetwas rächen? Wurden Christine Pillen oder ähnliches verabreicht, damit sie jeden Morgen auf’s Neue nicht mehr wusste, wer sie war? Oder hatte ihr Gedächtnisverlust eine ganz andere Ursache? Aber so richtig Thriller war es eben erst auf den letzten 100 Seiten. Das ist auch der Grund dafür, dass es ein Herz Abzug von mir gibt. Es war wirklich, wirklich gut geschrieben! Ich habe es gerne gelesen und es hat mir auch gut gefallen. Aber mir hat einfach ein wenig Kitzel gefehlt, dafür, dass das Buch so hochgelobt wurde.

Es gab ein offenes Ende, was ich persönlich hier einerseits gut und andererseits blöd fand. Es war zwar ganz gut gelöst, aber ich hätte trotzdem gerne gewusst, ob sich Christines Hoffnungen bestätigt haben oder nicht.

Wer einen leichten Thriller lesen oder in das Genre einsteigen möchte, ohne hinterher direkt total verstört zu sein, der ist mit dem Buch definitiv gut bedient. Die Erzählweise ist spannend und interessant. „Ich. Darf. Nicht. Schlafen.“ bekommt von mir eine Empfehlung.

Übrigens lag das Buch seit 2013 auf meinem SuB. VIER Jahre! Ich habe mich richtig geärgert, weil es mir gut gefallen hat. Und wieder wird mir der Sinn des SuB-Abbaus und des Buchkaufverbots mehr bewusst. Das bestärkt mich nur darin, weiterzumachen :)

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