Mittwoch, 24. Mai 2017

Rezension: "Die Arena" von Stephen King


Autor: Stephen King
Titel: Die Arena
Originaltitel: Under the dome
Verlag: Heyne
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 1276
Preis: 12,99€
Bewertung: 4 von 5 Herzen

Um was geht es?

Urplötzlich stülpt sich eines Tages wie eine unsichtbare Kuppel ein undurchdringliches Kraftfeld über Chester’s Mill. Die Einwohner der neuenglischen Kleinstadt sind komplett von ihrer Umwelt abgeschnitten. Und auf einmal gilt kein herkömmliches Gesetz mehr ...

Meine Meinung:


Wow. Vielleicht sollte ich ein wenig damit warten, die Rezension zu schreiben, denn ich habe das Buch gerade erst beendet und muss es irgendwie erst mal sacken lassen. Andererseits möchte ich meine Eindrücke gerne direkt festhalten, bevor sie verlorengehen.

Das Buch ist ein richtiger Wälzer. So viel steht fest. Ich glaube, es ist das dickste Buch, das ich bisher in meinem Leben gelesen habe. Und es war mein erster King. Ich habe leider keinen Vergleich zu seinen anderen Werken, daher kann ich nicht sagen, ob es zu seinen besseren oder eher zu seinen schlechteren Stücken gehört.

Jedenfalls war es sehr umfangreich. Es waren sehr viele Personen involviert, was nicht überraschend ist, wenn es gleich um eine ganze Kleinstadt geht. Aber ich finde, King hat das gut gelöst, denn die Handlungsstränge waren immer gut nachvollziehbar, obwohl es um so viele verschiedene Personen geht. Man sieht gut, was passiert, wenn Menschen sich in Krisensituationen befinden, aus denen es keinen ersichtlichen Ausweg gibt. Und das war kein leichter Stoff. Viele Tote, egal ob Mord, Selbstmord oder gesundheitsbedingt. Eine absolute Ausnahmesituation. Und dann sind da natürlich auch noch diese Menschen, die selbst dann, oder GERADE DANN, an die Macht wollen. Und genau die machen die ganze Situation meistens nur noch schlimmer.

Einerseits denke ich, dass man die Geschichte kürzer hätte fassen können. Andererseits glaube ich, dass alles was drin war, auch hineingehört hat, um aus dem Buch das zu machen, was es ist. Es war spannend, aber man hat auch eine gute Einsicht in das Leben der einzelnen Personen bekommen. Es war nicht oberflächlich. Es war rührend, schockierend, informativ. Eklig und gruselig darf natürlich nicht fehlen. In diesem Fall eher eklig, aber auch gruselige Momente hatten ihren Auftritt. Gerade zum Ende hin, als dann langsam, aber sicher, klar wurde, wodurch der Dome erst entstanden ist, wurde es immer gruseliger. Denn da hat man es mit etwas zu tun, was für Menschen weder nachvollziehbar, noch nachweisbar ist.

Aber genau dieser Grund für die Kuppel hat es mir etwas schwer gemacht. Ich habe alles Mögliche erwartet, nur das nicht. Und eigentlich hat es mich auch etwas enttäuscht, weil es, gelinde gesagt, ein wenig unrealistisch ist. Ich kenne wie gesagt  noch keine anderen Bücher von King, ich weiß nicht, wie es da mit dem Realitätsgehalt aussieht. Die ganze Situation an sich finde ich nicht mal so unwahrscheinlich. Auch, was unter der Kuppel alles mit den Menschen passiert, wie sich die Leute verändern, die Luft, die Tiere etc., das halte ich alles für sehr gut möglich. Aber der GRUND… Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Ich schätze, darüber kann ich erst urteilen, wenn ich mehr Bücher von King gelesen habe.

Ob diese Sache möglich ist oder nicht, sei jetzt mal dahingestellt. Ich bin weder Experte noch Verschwörungstheoretiker. Um was es genau geht, möchte ich aber nicht verraten. Aber irgendwie hat mich das trotzdem ein wenig enttäuscht. Ich habe was anderes erwartet. Vielleicht hatte ich dank der Serie auch etwas anderes im Kopf, ich weiß es nicht. Es ist zu lange her, dass ich sie geschaut habe, als dass ich jetzt noch genau wüsste, was passiert ist.

Nichtdestotrotz war das Buch enorm gut geschrieben. Man sollte meinen, dass sich so ein Wälzer sehr in die Länge zieht. Nicht aber, wenn man die richtigen Worte wählt und immer wieder Spannung hereinbringt. Gerade, wenn King etwas vom Gas gegangen ist und man dachte „jetzt ist die Luft raus“, drückte er das Pedal wieder voll durch. Er erzählt schonungslos. Gewaltszenarien werden nicht durch die Blume erzählt, sondern auf die grausame Art und Weise, wie sie nun mal sind. Das hat mich teilweise etwas schockiert, weil ich diese extrem direkte und brutale Erzählweise nicht gewohnt bin. Aber das ist es denke ich auch, was seine Bücher ausmacht.

Es war sicher nicht mein letztes Buch von Stephen King. Mal schauen, was ich nach dem nächsten sage. Ich denke, ich habe hier eins der harmloseren Bücher erwischt. Und trotzdem hat es mich zeitweise etwas aus der Bahn geworfen. Gerade auf den grauenvollen letzten Seiten. Nun bin ich gespannt, wie seine anderen Werke so sind. Wer weiß, ob ich nicht sehr bald wieder eins lesen werde. Nun muss ich aber erst mal wieder etwas weniger Gewaltvolles lesen.

Habt eine schöne Restwoche!

Eure Lisa

Kommentare:

  1. Hey Lisa
    Ich habe bisher nur ein Stephen King Buch gelesen, "der Todesmarsch". Es gehört anscheinend zu seinen schwächeren Büchern, denn obwohl es schonungslos und brutal ist, wird nur sehr wenig erklärt.
    Vor seinen anderen Büchern habe ich zu grossen Respekt. 1'200 Seiten ist selbst für einen Bücherwurm etwas abschreckend. Ich habe die Serie "Under the dome" vor ein paar Jahren gesehen und irgendwann vergessen weiterzuschauen. Wurde sie überhaupt beendet oder wurde sie abgesetzt?
    Liebste Grüsse
    Julia

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Julia,
      wie dick war denn "Todesmarsch" von ihm? Er hat ja auch schon wirklich viel geschrieben, da ist es sicher schwer, die perfekte Geschichte für einen zu finden. Vor dem Wälzer jetzt hatte ich auch wirklich Respekt. Man hatte selbst nach 500 Seiten optisch das Gefühl, kaum was gelesen zu haben, obwohl man so schon das ein oder andere Buch beendet hätte. Aber da sich zumindest "Die Arena" gut lesen ließ, ist einem das im Endeffekt gar nicht so aufgefallen.
      Oh, das kann ich dir leider gar nicht benatworten, ich habe sie nämlich auch nicht ganz geschaut. Muss ich mal im Internet nachschauen. Vielleicht schaue ich sie jetzt nach dem Buch sowieso nochmal :)
      Liebe Grüße,
      Lisa

      Löschen
    2. "Todesmarsch" hat nicht einmal 400 Seiten, weshalb ich dachte es sei ein guter Einstieg in die Kind Welt. Aber ich finde solche grossen Schinken doch zu abschreckend und ich weiss nicht ob ich die Nerven dazu hätte alles zu lesen :(
      Liebe Grüsse
      Julia

      Löschen
  2. Hey!
    Tolle Rezension. Ich denke es ist schwierig Rezensionen zu so dicken Büchern zu schreiben. Es geschieht so viel. Ich finde das hast du gut gelöst! Ich glaube ich habe bisher 3 Bücher von King gelesen, aber mich nie an die dicken getraut:D ich fand Shining bisher am besten :)
    Das ist eine tolle Rezension! Ich habe angefangen die Serie zu schauen, aber war dann irgendwann nicht mehr so begeistert. Aber es soll ja große Unterschiede zwischen Serie und Buch geben. Ich möchte nun ja endlich mal Es lesen :D
    Liebe Grüße
    Charline

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Charline,
      vielen Dank! Das stimmt, man weiß nicht, was man genau mit reinbringen soll und wodurch man zu viel verrät. Es ist wirklich einiges auf diesen fast 1300 Seiten passiert.
      "Shining" habe ich auch noch hier liegen :) Da habe ich jetzt schon einiges Gutes drüber gehört, darum bin ich darauf auch sehr gespannt.
      Ich kann mich gar nicht mehr so erinnern, wie weit Buch und Serie auseinander sind. Aber es reizt mich jetzt, die Serie nochmal zu gucken. Habe aber auch gehört, dass die Unterschiede groß sind.
      "Es" ist ja total im Kommen momnetan, dank des neuen Films :D Mal schauen, ob ich mich da irgendwann mal rantraue :D
      Liebe Grüße!
      Lisa

      Löschen
  3. Hallo Lisa,

    was Du schreibst - erstmal sacken lassen, bis man die Rezension schreibt- kann ich gut nachvollziehen. Für mich war es auch der erste King und selbst beim zweiten, was ich hinterhergeschoben habe, war ich am Ende des Buches einfach baff. Auch die ruhigeren Momente kamen mir manchmal etwas lang vor, aber nachträglich gesehen mussten sie sein, damit die Geschichte stimmt.

    Die Arena habe ich auf jeden Fall auch auf meiner King-Leseliste. Die Geschichte scheint gut zu sein und besonders Charakterausbau scheint King ja ganz gutraus zu haben. Ich werde die Serie dann auch erst nach dem lesen sehen.

    Abschließend vielen Dank fürs mitmachen, deine Kommentare & retweets! Es hat Spaß gemacht, mit Dir King zu entdecken! :-)

    Viele Grüße,

    Jemima

    AntwortenLöschen