Dienstag, 20. Juni 2017

Rezension: "Pandemonium" von Lauren Oliver


Autor: Lauren Oliver
Titel: Pandemonium
Originaltitel: Pandemonium
Verlag: Carlsen
Format: Gebunden
Seitenzahl: 352 Seiten
Preis: 18,90€, neu nur noch als Taschenbuch erhältlich
Bewertung: 4 von 5 Herzen

Um was geht es? (ACHTUNG! Es handelt sich um den zweiten Teil einer Trilogie! Sowohl Klappentext als auch meine Meinung enthalten evtl. SPOILER!)

Die angepasste Lena von früher gibt es nicht mehr. Das Mädchen, das glaubte, was man ihm sagte, und sich gegen die Liebe heilen lassen wollte. Dieses alte Ich hat Lena zurückgelassen auf der anderen Seite des Zauns, über den sie mit Alex geflohen ist. Hier, in der Wildnis, schließt sie sich dem Widerstand an. Ein Auftrag führt sie erneut in die Stadt. Und tief in ihrem Innern gibt sie die Hoffnung nicht auf, dass Alex doch noch am Leben ist. Sie muss ihn finden. Denn in ihrem Herzen lodert immer noch die Liebe.

Meine Meinung:

Es ist sehr lange her, dass ich den ersten Teil gelesen habe. Das war vor ein paar Jahren. Es muss meines Wissens nach mindestens 3 Jahre her sein. Also wusste ich nur noch bruchstückhaft, was im ersten Band passiert ist. Ich wusste aber, dass ich nicht hundertprozentig überzeugt war und ein wenig Schwierigkeiten hatte, mich in die Geschichte einzufinden.

Es hat ein wenig gedauert, bis ich wieder einigermaßen im Kopf hatte, was zuvor geschehen ist. Aber als ich mich dann reingefunden hatte, las sich das Buch ganz leicht. Gut fand ich, dass es in „damals“ und „jetzt“ aufgeteilt war. Jeder Abschnitt war dementsprechend ein neues Kapitel. Und natürlich wurde IMMER genau an den spannenden Stellen unterbrochen. Klug, denn so will der Leser immer weiterlesen, weil er natürlich wissen muss, was passiert. Genauso sieht auch das Ende aus. Übler Cliffhanger. Ich habe zwar direkt verknüpft, wie das in etwa passiert sein kann, aber was genau danach passiert, will ich UNBEDINGT wissen! Und was ist? Natürlich liegt der dritte Band nicht auf meinem SuB (was der zweite übrigens schon eine Weile getan hat, weshalb ich ihn unbedingt befreien wollte) und natürlich will ich trotzdem mein Buchkaufverbot nicht brechen. Also was mache ich? Tja. Warten. Gespannt sein. Mir den Kopf zermartern.

Soweit ich mich an das erste Buch erinnere, hat mir der zweite Teil der Amor-Trilogie besser gefallen. Umso mehr bin ich gespannt darauf, wie der dritte Teil wohl ausfällt. Noch besser? Oder flaut dann alles ab?

Was ich ein bisschen schade finde, was aber vielleicht auch daran liegen mag, dass ich inzwischen einige Dystopien gelesen habe, ist, dass man irgendwie alles schon so ein bisschen kennt. Ich versuche das Buch bzw. die Reihe als etwas Alleinstehendes zu betrachten, damit ich es in sich bewerten kann und nicht im Vergleich mit anderen Dystopien. Aber trotzdem finde ich es schade, dass irgendwie alle nach dem gleichen Schema ablaufen. Ich denke auch, dass ich weiß, worauf es am Ende hinausläuft. Also nicht wirklich, wie es richtig endet, sondern eher, wie es bis zum Ende kommt. Daher hoffe ich sehr, dass es wenigstens gut geschrieben ist. Ich schätze, ich werde mir vorerst (auch nach dem Buchkaufverbot) möglichst keine Dystopien mehr kaufen. Es ist blöd, wenn man immer überall dasselbe liest. Ich hoffe hier auf einen unerwarteten Ausgang.

Die Idee an sich, die hinter dem Buch steckt, halte ich aber für gut. Dass Liebe eine Krankheit ist, mit der man sich anstecken kann und dass die Leute davon verrückt werden. Nun, Liebe ist zwar keine Krankheit, aber verrückt werden kann man durchaus davon. Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass es irgendwann, in sehr, sehr vielen Jahren mal zu so einer Gesellschaft kommt. Bei dem ganzen Hass der mittlerweile überall versprüht wird, wird Liebe irgendwann verpönt werden. Strafbar.

Nichtdestotrotz habe ich den Teil gerne gelesen. Auch, weil ich eigentlich nicht mit dem Ausgang dieses Teils gerechnet habe (erst auf den letzten drei oder vier Seiten, aber vorher tatsächlich nicht). Die Entwicklung der Charaktere finde ich gut. Vor allem, dass zumindest die Protagonistin versucht, dieses „Schubladendenken“ abzulegen. Dass man eben nicht alle Menschen über einen Kamm scheren kann. Egal, wo sie leben, wer sie sind oder wie sie aussehen. Und ich finde, hier steckt unterschwellig irgendwo auch eine ganz wichtige Botschaft. Gerade in der heutigen Zeit, in der überall über Flüchtlinge/Nazis/“Gutmenschen“ und was weiß ich nicht alles diskutiert wird. Momentan wird jeder Mensch in eine Schublade gesteckt. Aber da passen eben nicht immer alle rein und das zeigt auch dieses Buch sehr gut.

Es ist – und ich glaube, ich sage das immer – wirklich schwierig, den zweiten Teil oder generell Fortsetzungen zu rezensieren, ohne zu viel zu verraten. Ich versuche trotzdem immer, möglichst gut rüberzubringen was ich meine.

Ich freue mich jedenfalls trotz des üblichen Dystopie-Leitfadens auf den dritten Teil!

Habt noch einen schönen Abend!

Eure Lisa

1 Kommentar:

  1. Huhu, ja - eindeutig die Reihe die ich meiner Tochter mal kaufen wollte. Fand die Grundidee interessant und ich leide mit dir! (Also wegen Buchkaufverbot und nicht weiterlesen)

    Und hui, ich glaube nach drei Jahren hätte ich Schwierigkeiten gehabt rein zu kommen - bei McFadyen hatte ich den vorherigen band nochmals nachgelesen - ich glaub sonst wäre ich nicht so gut rein gekommen.

    Hab einen feinen Abend!
    Janna

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